ÖDP baut Lehmwand für Pelzbienen

Das historische Ziegel-Mauerwerk der Südfassade von Hof Jünger musste im Herbst 2014 auf Grund von Witterungsschäden neu verfugt werden. Dies hatte zur Folge, dass viele Nistplätze der geschützten Wildbienen, die in der Region leben, zerstört wurden. Um diesen auch weiterhin am Hof Jünger einen geschützten Nistplatz zu bieten, hat Zoologe Volker Fockenberg eine Lehmnistwand für die bedrohten Tiere gebaut. In Absprache mit der unteren Landschaftsbehörde Bottrop konnte der Bezirksvertreter der ÖDP für Kirchhellen eine zugemauerte Fensternische so umbauen, dass die Wildbienen weiterhin eine Heimat am Hof Jünger haben. Die Arbeiten wurden ehrenamtlich durchgeführt und die Materialkosten übernahm die ÖDP.

Volker Fockenberg vor der Nisthilfe für Pelzbienen

Gegen Ende März können dann die ersten Pelzbienen in die Blöcke aus speziellem Lehm einziehen. „Die Zusammensetzung des Lehms ist für den Besiedlungserfolg entscheidend. Ist das Material zu fett, wird es beim Trocknen steinhart und nicht besiedelt. Aus diesem Grund habe ich nur sandig-lehmigen Schluff aus Grafenwald verwendet. Dieser Lehm hat sich bereits bei anderen Nisthilfen hervorragend bewährt“, sagt Fockenberg.

Bei einer ersten Ortsbegehung hatte ÖDP Bezirksvertreter Fockenberg in den alten Kalkmörtelfugen Nester von Frühlings-Pelzbienen, Buckel-Seidenbienen und Furchenbienen festgestellt. „Diese Arten lebten ursprünglich in natürlichen Steilwänden und Abbruchkanten an Bächen und Flüssen. In unseren Dörfern haben diese Steilwand-Spezialisten in alten Kalkmörtelfugen oder Gebäuden mit Lehmfachwerk Ersatznistplätze gefunden. Diese Wildbienen graben ihre Nestgänge selber, besiedeln also keine Nisthilfen in Form von angebohrten Holzscheiben. Durch neue Baumaterialien wie Zement verschwinden geeignete Nistplätze und damit auch Pelzbiene & Co aus unseren Siedlungen“, erläutert Fockenberg.

Zusätzlich zur Lehmnistwand soll aus bezirklichen Mitteln im Bauerngarten von Hof Jünger ein großes „Bienenhotel“ entstehen. Die nützlichen Insekten finden so am Hof Jünger neue und vielfältige Nistmöglichkeiten. Dadurch soll der Bestand von Pelzbienen und ca. 15 weiteren Wildbienenarten im Dorf langfristig gesichert und stabilisiert werden.

Zum Hintergrund: Wildbienen sind wichtige Bestäuber unserer Wild- und Kulturpflanzen. Die solitär lebende Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes), die einer kleinen Hummel ähnelt, bestäubt beispielweise Obstbäume. Und das selbst bei kaltem Wetter, wenn Honigbienen nicht fliegen. Aufgrund ihrer wichtigen Rolle im Naturhaushalt sind Wildbienen durch die Bundesartenschutzverordnung unter besonderen Schutz gestellt.

Frühlings-Pelzbiene
Frühlings-Pelzbiene

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.